Digital Signage Display oder TV – wo liegt eigentlich der Unterschied?

Auf den ersten Blick sehen sie ziemlich ähnlich aus: ein großes Display, ein schmaler Rahmen und ein gestochen scharfes Bild. Also einfach einen Fernseher kaufen und für Digital Signage verwenden?
Ganz so einfach ist es nicht.
Denn ein Digital Signage Display und ein klassischer TV sind zwar äußerlich kaum zu unterscheiden, wurden aber für völlig unterschiedliche Aufgaben entwickelt.
Aber wo liegen die Unterschiede?
1. Betrieb: Für den Dauereinsatz gemacht
Der wohl wichtigste Unterschied steckt in der Betriebsdauer. Ein normaler Fernseher ist für den privaten Gebrauch gedacht. Ein Digital Signage Display ist – je nach Modell – für 16/7 oder sogar 24/7-Betrieb ausgelegt. Das macht einen großen Unterschied, wenn ein Bildschirm beispielsweise jeden Tag während der gesamten Öffnungszeit eines Geschäfts läuft.
Denn je länger ein Display täglich in Betrieb ist, desto höher ist natürlich die Belastung für Panel und Elektronik. Bei statischen Inhalten kann zudem – abhängig von der Displaytechnologie – das Risiko von Bildrückständen oder Einbrenneffekten eine Rolle spielen. Professionelle Digital-Signage-Displays sind deshalb je nach Modell speziell auf lange Betriebszeiten und den entsprechenden Einsatzzweck ausgelegt.
2. Helligkeit: Für optimale Sichtbarkeit
Ein Fernseher steht meistens im Wohnzimmer. Die Lichtverhältnisse lassen sich dort relativ gut kontrollieren. Digital Signage findet dagegen häufig dort statt, wo es richtig hell werden kann: im Schaufenster, im Eingangsbereich oder auf einer stark beleuchteten Verkaufsfläche.
Hier spielt die Helligkeit eine entscheidende Rolle. Sie wird in Nits beziehungsweise cd/m² angegeben.
Je nach Einsatz gibt es Digital-Signage-Displays mit deutlich höherer Helligkeit als bei klassischen Consumer-TVs. Dazu kommen bei manchen Modellen entspiegelte Oberflächen, die störende Reflexionen reduzieren. Denn was bringt die beste Werbung, wenn man sie bei Tageslicht kaum erkennen kann?
3. Content: Inhalte ändern – sogar aus der Ferne
Und hier kommt einer der größten Vorteile von Digital Signage ins Spiel: Man musst nicht vor dem Bildschirm stehen, um seinen Inhalt zu ändern. Je nach Lösung können Inhalte über ein CMS (Content Management System) zentral verwaltet, geplant und auf mehrere Displays verteilt werden. Man hat beispielsweise zehn Filialen und möchte morgen eine neue Werbekampagne starten? Einmal zentral einstellen – und die Inhalte können auf allen gewünschten Bildschirmen ausgespielt werden. Und das aus der Ferne.
Je nach System lassen sich auch Geräte überwachen und bestimmte Einstellungen zentral verwalten. Und es muss nicht immer ein CMS sein: Je nach Display können Inhalte auch über USB-Stick oder eine App eingespielt werden. Von der einfachen Lösung für einen einzelnen Bildschirm bis zur zentralen Verwaltung vieler Displays ist also alles möglich.
4. Technik: Mehr als nur ein Bildschirm
Auch bei der Ausstattung gibt es Unterschiede. Professionelle Digital-Signage-Displays bieten je nach Modell beispielsweise verschiedene Netzwerkfunktionen und Schnittstellen. Auch das Hochformat ist bei vielen professionellen Displays möglich – beispielsweise für digitale Plakate, Produktinformationen oder Wegeleitsysteme. Und genau das ist der entscheidende Punkt: Ein Digital-Signage-Display ist nicht einfach nur dafür da, ein möglichst schönes Bild anzuzeigen. Es ist dafür gedacht, Teil einer professionellen Kommunikationslösung zu sein.
Bei Outdoor-Displays gelten sogar noch einmal ganz andere technische Anforderungen.
Sie müssen mit Regen, Staub, hohen und niedrigen Temperaturen sowie den allgemeinen Belastungen im Außenbereich zurechtkommen. Je nach Einsatz kommen deshalb robuste Gehäuse, spezielle Schutzklassen, integrierte Kühlung oder Heizung und zusätzliche Sensoren zum Einsatz. So kann beispielsweise die Temperatur überwacht oder die Helligkeit automatisch an die Umgebungsbedingungen angepasst werden.
5. Der eigentliche Unterschied: der Einsatzzweck
Und damit sind wir eigentlich beim wichtigsten Punkt. Ein Fernseher und ein Digital-Signage-Display sehen sich ähnlich, haben aber einen völlig unterschiedlichen Job.
Deshalb sollte bei der Auswahl nicht nur die Frage stehen:
„Welcher Bildschirm hat das bessere Bild?“
Sondern vor allem:
„Was soll mein Bildschirm jeden Tag leisten?“
Wenn er abends im Wohnzimmer ein paar Stunden Netflix zeigen soll, reicht ein TV völlig aus. Wenn er dagegen jeden Tag viele Stunden Werbung oder Informationen anzeigen, auch bei hellem Umgebungslicht sichtbar bleiben und vielleicht sogar aus der Ferne gesteuert werden soll, ist ein Digital-Signage-Display die deutlich passendere Lösung.
Also: TV oder Digital Signage?
TV: Fernsehen, Streaming und Unterhaltung.
Digital Signage: professionelle Inhalte, lange Betriebszeiten, hohe Sichtbarkeit - auch bei Tageslicht, flexible Steuerung und Inhaltsgestaltung-/planung
Optisch mögen beide ähnlich aussehen. Aber ein Digital-Signage-Display ist nicht einfach nur ein Fernseher ohne Sender – es ist für einen anderen Job gebaut.


